„I am“ is enough

Alles, was nicht aus deinem tiefsten Selbst kommt, ist eine Lüge.Unser ganzes alltägliches Glaubenssystem, unser Denken, unsere Gefühle wurden beeinflusst durch unsere Erziehung, dem allgemeingültigen Konsens darüber, was richtig oder falsch ist. Von der Wissenschaft, den Medien, der Religion. Schon von klein auf  wurde dir erzählt, wer du bist: Dein Name gab dir deine erste Identität. Dein Geburtsland gab dir eine Herkunft. Die Religion deiner Eltern machte dich zu einem Christ, einem Moslem, einem Hindu.

Sie gaben dir Identität, etwas mit dem du dich identifizieren kannst. Und mit der Identität kamen die Ansprüche, der Ehrgeiz, dem was du bist, gerecht werden zu müssen: Ein ehrfürchtiger Gläubiger. Ein vaterlandsliebender Patriot. Ein erfolgreicher Akademiker. Ein CDU Wähler, ein unmündiger Bürger oder Germanys Next Top Model. Mit der Identifizierung kommt auch die Separierung: Was nicht ist wie ich, das kann so nicht richtig sein. Verurteilung und Ablehnung. Und so entstehen Konflikte auf jeder Ebene unseres Lebens: Der Glaube, Rasse, Besitz, Bildungsgrad, körperliche und geistige Erscheinung, alles wird genutzt um Kriege zu führen, Politk zu machen und dabei spreche ich nicht nur von unseren Regierungen. Schon in unserer unmittelbaren Alltagswelt erleben wir uns als getrennt von den anderen. Identitätsstiftung durch Ab- und Ausgrenzung. Jeder will der Beste,  der Erfolgreichste sein, um seine geschaffene Identität aufrecht zu erhalten und das Ego zu bestätigen. Immer sind wir auf der Suche, wollen immer weiter kommen, immer höher um das Konstrukt  aufrecht zu erhalten, was wir als unsere Persönlichkeit um uns herum geschaffen haben. Wir investieren viel Ehrgeiz in unsere Ziele. Das Problem ist nur: es wird nie aufhören. Die Befriedigung darüber,  frommer, besser, schöner, intelligenter und schlanker  zu sein oder mehr zu haben, sie wird nie eintreten: Weil das Ego nicht real ist. Weil diese von uns erschaffene Realität nicht dein wahres Ich ist. Du magst das nicht hören wollen, weil das Ego derzeit eine zentrale Rolle in deinem Leben spielt und würde es wegfallen, würde ein Teil von dir sterben und niemand lässt gerne los und schon gar nicht, wenn man für etwas so voller Überzeugung, voller Elan gekämpft hat. Die Wahrheit Ist aber: von der Natur der Dinge her müsstest du für überhaupt nichts kämpfen, es gibts nichts zu erreichen, was du nicht schon wärst. Du bist geboren und das genügt: I am is enough.

Aber wo kämen wir hin, wenn alle aufhören würden zu kämpfen, wenn es nichts mehr gäbe, das man sich hart erarbeiten müsste? Auf einmal hätten wir Zeit an ganz anderen Dingen zu schrauben. Wir hätten Zeit, auf die Lösung zu schauen anstatt ständig nur auf das Problem. Und wer Konflikte löst, der braucht keine Kriege mehr, der muss sich nicht ständig sorgen und in Angst leben, muss nicht ständig 3-4 Kilo abnehmen, um sich endlich wohl zu fühlen, muss nicht dem letzten Schrei hinter rennen oder sich um seine Altersvorsorge scheren. Kurz: Das System so wie es jetzt ist, würde zum Erliegen kommen. Und wer will das schon?

Was in der Welt passiert, ist nur dazu da, die Aufmerksamkeit vom Ort des eigentlichen Geschehens abzulenken. Von dir selbst. Zwar investierst du viel,  um deinen Ansprüchen  und denen deiner Familie, eigentlich aller, gerecht zu werden und ums das Bild, dass du von dir Selbst hast aufrecht zu erhalten. Aber du bemerkst dabei ja noch einmal mehr, wie anstrengend das Aufrechterhalten auf Dauer eigentlich ist und wenn doch verdrängst du es ganz schnell wieder anstatt wirklich einmal genauer hinzuschauen. Wer bist du eigentlich? Wie fühlt es sich eigentlich an, wütend zu sein? Wie schnell klopft dein Herz dabei? Werden deine Finger kalt oder warm, wenn du kurz vorm Platzen stehst? Wie sähe dein Wunschleben aus, hättest du viel Geld? Wenn ja, wofür? Und warum? Ich möchte dich bitten, genau hinzuschauen…hinter all unseren Wünschen liegt doch im Endeffekt nur der Wunsch nach innerem Reichtum. Und wie wir dort hinkommen, meint das Ego ganz besonders gut zu wissen: ständig denkt es sich etwas Neues aus, dass uns auf Trab hält, das uns unglücklich macht, wenn wir es nicht bekommen.

Was wir tun ist dass  wir  uns die ganze Zeit auf der Oberfläche bewegen. Das Ego ist ein Spielzeug, das uns beschäftigt hält. Es macht uns süchtig aber es macht niemanden satt. Niemals. Es wird immer nach mehr schreien und der Preis, den man dazu zahlen muss es ständig bei Laune zu halten, er ist zu groß. Wenn es kein Ende gibt, dann werden die, die es sich leisten können, bald alles besitzen und zu zerstören. Sie besitzen eigentlich schon alles. Aber auch sie können sich nicht entziehen, zu tief sind Sie gefangen, zu blind geworden. Sie besitzen alles und müssen immer noch mehr haben koste es was es wolle. Wie arm muss man sein so abgeschieden von der wahren Freude des Lebens, dass man  für die Fütterung seines Egos noch nichtmal vor der gesamten Menschheit halt machen kann, kann denen denn keiner sagen dass sie das nicht zufrieden stellen wird? Was macht ihr, wenn ihr alles vernichtet habt, wenn ihr alles kontrolliert? Die ersehnte Erektion wird sich niemals einstellen! Zu programmiert. Ihr seid tod.

Wir erkennen, wieviel Leid das Ego verursacht und dennoch hält es uns in seinem Bann, wir können nicht loslassen. Zu schmerzhaft könnte die Erfahrung sein, dass du nie mehr sein könntest als diese Person in diesem Augenblick. Voller Zorn oder Habgier, voller Lust und Liebe, ständig auf der Suche und voller Verlangen nach Leben! Nach richtigem Leben, ohne Selbstzweifel, ohne Grenzen. Ohne Hunger.

Und es spielt es letztlich keine Rolle, wer die Verantwortung für diese Spielchen trägt. Wichtiger ist es den Mechanismus zu erkennen, zu verstehen und zu durchbrechen. Warum es so wichtig ist? Ich will hier gar kein Plädoyer halten um den Zustand unserer Erde, welcher nebenbei bemerkt nicht der Beste ist. Und wir müssen hier wohnen! Sind wir so voller Selbsthass, dass wir uns die eigene Bude unterm Arsch wegfackeln? Sehen wir unsere Selbstzerstörung als einzigen Ausweg, uns zu retten? Ist das der einzige Weg uns zu retten? Wofür kämpfst du? Ich weiss du kannst nicht heute aufhören zu kämpfen, du könntest es aber ich verstehe dass du nicht dazu bereit bist. Weil du es noch nicht verstehst. Und die es verstehen, wissen noch nicht wie sie sich davon befreien können. Es geht auch nicht darum, heute noch die Antwort zu bekommen. Als erstes musst du anfangen zu fragen. Wer bin ich wirklich? Was habe ich, jenseits all den Lügen, die mir über mich eingetrichtert wurden, wirklich zu sagen? Was habe ich in diesem Leben über mich erfahren? Die Antworten werden nicht heute kommen, nicht morgen. Erst wirst du sehen, was du alles nicht bist und spätestens da wird sich dein Ego aufbäumen. Das Spiel hat dich so in seinen Bann gezogen, dass es selbst Angst davor hat, nicht mehr gespielt zu werden. Aber es gibt bei diesem Spiel einfach keine Gewinner (selbst die Bank schaut irgendwann doof drein).

Wenn der Geist erstmal frei ist für neue Ideen jenseits des Egos, dann werden wir aufhören können zu kämpfen, dann werden wir direkt anfangen, auf die Lösung zu schauen.


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